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Agaricus muscarius

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Agaricus muscarius Hintergrundinformationen

Agaricus muscarius ist die homöopathische Bezeichnung des mitteleuropäischem Roten Fliegenpilzes (Amanita muscaria). Seinen deutschen Namen hat er erhalten, weil man ihn früher als Mückengift verwendete, wozu der frische oder getrocknete Pilz in Milch eingelegt wurde. Er wächst vor allem im Herbst vergesellschaftet mit Birken und Fichten und wird etwa zwanzig Zentimeter hoch. Auf der Unterseite des auffälligen roten Hutes hat er weiße Lamellen, auf der Oberseite weist er typische weiße Schuppen auf, die von der eiförmigen Hülle des jungen Pilzes übrig bleiben. Er enthält unter anderem Ibotensäure, Muscarin und andere Halluzinogene und ist daher hochtoxisch. Agaricus muscarius hat krampflösende und beruhigende Eigenschaften und ist eines der wichtigsten homöopathischen Mittel gegen neurologische Störungen wie Zuckungen und Unruhezustände.

Agaricus muscarius Erscheinungsbild: Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome

Typisch für Agaricus-Patienten sind Unruhe und Nervosität. Auf ihrer Haut beschreiben sie vielfach ein Brennen, Jucken, Kribbeln oder Taubheitsgefühle ähnlich wie bei Erfrierungen. Trockenheit äußert sich in ständigem Durst und Brennen im Mund. Oft haben sie Schluckbeschwerden und Herpes an den Lippen, der Geschmack im Mund ist typischerweise süßlich. Krampfartiger Husten tritt bevorzugt nachts auf. Beim Wasserlassen werden oftmals brennende Schmerzen angegeben. Gangunsicherheit und Koordinationsstörungen sind verbreitet wie auch diagonale Beschwerden im Sinne von gleichzeitigen Schmerzen im rechten Arm und linken Bein. Krämpfe wie nervöses Lidzucken, Tics und andere unwillkürliche Zuckungen können ebenfalls auftreten. Ihre Hustenanfälle enden mit einem Niesen.

Agaricus muscarius Anwendungsgebiete in der Übersicht

  • Bewegungsstörungen und Gangunsicherheit
  • Zuckungen und Krämpfe
  • Unruhezustände
  • Multiple Sklerose, Chorea, Epilepsie und andere neurologische Erkrankungen
  • Angina Pectoris
  • Erfrierungen und Frostbeulen
  • Kribbeln und Taubheitsgefühle

Agaricus muscarius Modalitäten: Verbesserungen und Verschlechterungen

Für den Einsatz von Agaricus muscarius spricht eine Besserung der Krankheitssymptome durch viel Ruhe, Schlaf und Wärme auf sowie nach Stuhl- und Harnabgang. Eine Verschlimmerung findet statt nach Genuss von Alkohol und Nikotin, durch Kälte, Frost und nach Geschlechtsverkehr, morgens nach dem Aufstehen, während der Periode, bei kaltem, regnerischen Wetter, Gewitter und unmittelbar nach dem Essen.

Agaricus muscarius Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Als homöopathisches Heilmittel hat Agaricus muscarius praktisch keine Nebenwirkungen. Eine Erstverschlimmerung der Beschwerden in den ersten Tagen der Einnahme wird als positives Zeichen angesehen. Das Mittel sollte so lange eingenommen werden, bis die entsprechenden Beschwerden gemildert oder verschwunden sind. Zu einer Verschlechterung des Zustandes kann es bei zu häufiger Einnahme kommen. In diesem Falle sollte man das Mittel sofort absetzen. Agaricus darf nicht zusammen mit Belladonna eingenommen werden.

Agaricus muscarius Dosierung und Darreichungsformen

3 mal täglich, Kinder die Hälfte oder bei mangelnder Wirkung Dosis erhöhen sind Regeln, die in der Homöopathie nicht gelten. Hier entscheidet nicht die Menge, sondern die Art der Information. Schematische Dosierungsangaben widersprechen dem Prinzip der Individualität in der Homöopathie. Die homöopathische Arznei wird am schnellsten und sichersten über die Mundschleimhaut aufgenommen, also: Globuli oder Tabletten zergehen lassen, Lösungen eine Weile im Mund behalten, bevor sie geschluckt werden. Auch über die gesunde Haut kann das Mittel wirken. Die äußerliche Behandlung eines erkrankten Körperteils mit Salben und Einreibungen ist in der Regel nicht nötig. Die homöopathische Behandlung zielt auf den gesamten Organismus und nicht auf einzelne Teile.
Information wird am besten verstanden, wenn kein anderer dazwischenredet. Wenn die Arznei einwirken soll, darf die Mundschleimhaut nicht durch andere Einflüsse irritiert sein. Der Mindestabstand zum Essen und Trinken, zu Kaugummi, Zigaretten, Zähneputzen und dergleichen sollte 10 Minuten betragen. Die Arznei wird in akuten Fällen sofort gegeben, ansonsten zu einem ruhigen Zeitpunkt.

Um ein Fernsehprogramm oder im Aufzug das Stockwerk zu wählen, genügt ein Knopfdruck oder, bei manchen Vorrichtungen, das bloße Berühren. Ein fester Druck bringt kein besseres Programm (es sei denn, der Knopf ist schwer gängig, d.h. die Arznei ist von minderer Qualität). Bei guter Arzneiqualität genügt ein Globulus oder ein Tropfen, um die Information in den Organismus zu bringen. Manche geben zwei Globuli, zur Sicherheit, manche drei oder fünf, manche Hersteller empfehlen zehn. Wenn wenige Globuli nicht wirken, ist meist das Mittel falsch oder die Reaktion gestört. Dann sollte man fachlichen Rat einholen.

Homöopathische Arzneien werden nicht nach der Uhr, sondern nach Bedarf gegeben und ebenso auch wiederholt. Solange eine Wirkung anhält, d.h. die Besserung voranschreitet, wird abgewartet. Erst bei Stillstand der Wirkung oder erneutem Auftreten der alten Beschwerden wird die Einnahme wiederholt.
Haben sich die Symptome verändert, muss das Arzneimittel neu bestimmt werden.
Bei Wiederholung des Mittels in kurzen Zeitabständen geht man günstiger Weise nach der sogenannten „Wasserglas-Methode“ vor : Dazu gibt man ein bis drei Globuli in etwa 100 ml kohlensäurefreies Wasser und nimmt davon jedes Mal, wenn nötig, einen Teelöffel (kein Metall) oder kleinen Schluck voll ein, nachdem man zuvor umgerührt hat.
Etwas anders verhält es sich bei den Q- bzw. LM-Potenzen. Von der flüssigen Version (Tropfen), die vorzugsweise eingesetzt wird, werden je nach Empfindlichkeit des Patienten ein bis 10 Tropfen nach mehrmaligem kräftigem Schütteln des Fläschchens eingenommen. In chronischen Fällen einmal täglich, in akuten Fällen auch mehrmals täglich. Nach dem Aufbrauchen wird ein jeweils höherer Potenzgrad genommen.

Für den Hausgebrauch wird die D oder C 6 bzw. 12 empfohlen. Ihre Wirkdauer kann gut überblickt werden; sie beträgt in akuten Fällen nur einige Stunden. Die Gabe kann bei Bedarf wiederholt werden. Bei mangelnder Wirkung ist ein schneller Wechsel der Arznei problemlos möglich. Hochgiftige Substanzen allerdings, z.B. Schwermetalle, sollten nicht unter der D 8 (besser der D 12 bzw. C 6) verwendet werden.
Höhere Potenzen wirken intensiver und länger, werden aber bei falscher Mittelwahl zum Problem:
Arzneisymptome können länger als erwünscht anhalten und sowohl das Krankheitsbild als auch die Wirkung der zweiten Arznei überlagern.

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