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Agnus castus

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Details

Agnus castus Hintergrundinformationen

Der Mönchspfeffer oder Agnus castus wurde bereits von dem Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, als Heilpflanze geschätzt. Es handelt sich um ein Verbenengewächs, Vitex agnus-castus, das strauchartig wächst und am Mittelmeer und in Kleinasien vorkommt.
In seinem Aussehen erinnert er an Hanfpflanzen. Aus den lila Doldenblüten entstehen dunkelrote Beeren mit schwarzen, pfefferähnlich scharfen Samen. Diese werden als Mönchspfeffer bezeichnet, weil man ihnen von alters her nachsagt, dass sie den Geschlechtstrieb zügeln.
Der Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt, man weiß aber, dass einige Wirkstoffe den Hormonhaushalt über die Hypophyse nachhaltig beeinflussen können. Die Beeinflussung der Libido von Mann und Frau hängt stark von der Dosierung ab. Während die Urtinktur die beschriebene dämpfende Wirkung hat, sorgt eine homöopathische Verdünnung und Dynamisierung im Gegenteil für eine Steigerung des Lustempfindens. Sogar gegen etliche Ursachen eines unerfüllten Kinderwunsches kann der Mönchspfeffer beiden Geschlechtern durch die Harmonisierung des Hormonhaushaltes helfen.

Agnus castus Erscheinungsbild: Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome

Die Patienten, die von Agnus castus profitieren, sind ängstlich, schwach, müde und antriebslos. Schwitzen und Kältegefühl wechseln sich ab. Bei Frauen sind die Regelblutungen schmerzhaft und unregelmäßig, der Geschlechtstrieb kann vermindert sein. Bei Männern fühlen sich die Hoden kalt, hart und geschwollen an, und es treten Erektionsstörungen auf.
Agnus castus findet Anwendung bei Menstruationsbeschwerden mit geringen oder starken Regelblutungen. Beim prämenstruellen Syndrom hilft er gegen Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Spannungsgefühle und Schmerzen in der Brust werden gebessert.
In den Wechseljahren hilft er gegen Hitzewallungen und Depressionen. Auch durch Hormonschwankungen besonders durch die Einnahme der Pille auftretende Akne lässt sich damit gut behandeln. Beim unerfüllten Kinderwunsch kommt Agnus castus Mann und Frau zugute, denn sie muss einen regelmäßigen Zyklus haben und er über hinreichende Potenz und Spermienproduktion verfügen. Mönchspfeffer hat den Vorteil, dass er wesentlich sanfter wirkt als künstliche Hormonpräparate und den gestörten Hormonhaushalt in geregelte Bahnen lenkt.

Agnus castus Anwendungsgebiete in der Übersicht

  • prämenstruelles Syndrom
  • Menstruationsbeschwerden: schmerzhafte, geringe oder übermäßige Blutungen
  • Wechseljahresbeschwerden: Hitzewallungen, Depressionen, Gewichtszunahme
  • Stillprobleme: geringe oder übermäßige Milchproduktion, dauerhafter Milchfluss, Probleme beim Abstillen
  • Impotenz und verminderter Sexualtrieb beim Mann
  • unerfüllter Kinderwunsch

Agnus castus Modalitäten: Verbesserungen und Verschlechterungen

Patienten, die von Agnus castus profitieren, verspüren eine Verbesserung ihrer Symptome durch sanfte Wärme und frische Luft.
Dagegen verschlimmern sich ihre Beschwerden durch Schlafmangel, Alkohol, Nikotin und Koffein, bei Wetterwechseln, Temperaturschwankungen, durch Kälte und Regen sowie in lauter und unruhiger Umgebung.

Agnus castus Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Da der Mönchspfeffer den Hormonhaushalt nachhaltig beeinflusst, sollte man ihn in der Schwangerschaft nicht oder nur nach Rücksprache mit erfahrenen Therapeuten anwenden. Gleiches gilt für heranwachsende Mädchen und stillende Mütter. Auch wird die Wirksamkeit empfängnisverhütender Mittel beeinflusst.
Er sollte nicht zusammen mit Medikamenten eingesetzt werden, die über den Dopaminhaushalt wirken. Dazu gehören Medikamente gegen ADHS, Depressionen und Parkinson. Nach verbreiteter Auffassung verbietet sich eine Anwendung bei hormonempfindlichen Tumoren, wie solchen der Hypophyse, der Brust und einigen der Prostata.
Ansonsten sind in homöopathischer Verdünnung keine Nebenwirkungen bekannt.

Agnus castus Dosierung und Darreichungsformen

3 mal täglich, Kinder die Hälfte oder bei mangelnder Wirkung Dosis erhöhen sind Regeln, die in der Homöopathie nicht gelten. Hier entscheidet nicht die Menge, sondern die Art der Information.
Schematische Dosierungsangaben widersprechen dem Prinzip der Individualität in der Homöopathie.
Die homöopathische Arznei wird am schnellsten und sichersten über die Mundschleimhaut aufgenommen, also: Globuli oder Tabletten zergehen lassen, Lösungen eine Weile im Mund behalten, bevor sie geschluckt werden. Auch über die gesunde Haut kann das Mittel wirken. Die äußerliche Behandlung eines erkrankten Körperteils mit Salben und Einreibungen ist in der Regel nicht nötig. Die homöopathische Behandlung zielt auf den gesamten Organismus und nicht auf einzelne Teile.
Information wird am besten verstanden, wenn kein anderer dazwischenredet. Wenn die Arznei einwirken soll, darf die Mundschleimhaut nicht durch andere Einflüsse irritiert sein. Der Mindestabstand zum Essen und Trinken, zu Kaugummi, Zigaretten, Zähneputzen und dergleichen sollte 10 Minuten betragen. Die Arznei wird in akuten Fällen sofort gegeben, ansonsten zu einem ruhigen Zeitpunkt.

Um ein Fernsehprogramm oder im Aufzug das Stockwerk zu wählen, genügt ein Knopfdruck oder, bei manchen Vorrichtungen, das bloße Berühren. Ein fester Druck bringt kein besseres Programm (es sei denn, der Knopf ist schwer gängig, d.h. die Arznei ist von minderer Qualität). Bei guter Arzneiqualität genügt ein Globulus oder ein Tropfen, um die Information in den Organismus zu bringen. Manche geben zwei Globuli, zur Sicherheit, manche drei oder fünf, manche Hersteller empfehlen zehn. Wenn wenige Globuli nicht wirken, ist meist das Mittel falsch oder die Reaktion gestört. Dann sollte man fachlichen Rat einholen.

Homöopathische Arzneien werden nicht nach der Uhr, sondern nach Bedarf gegeben und ebenso auch wiederholt. Solange eine Wirkung anhält, d.h. die Besserung voranschreitet, wird abgewartet. Erst bei Stillstand der Wirkung oder erneutem Auftreten der alten Beschwerden wird die Einnahme wiederholt.
Haben sich die Symptome verändert, muss das Arzneimittel neu bestimmt werden.
Bei Wiederholung des Mittels in kurzen Zeitabständen geht man günstiger Weise nach der sogenannten „Wasserglas-Methode“ vor : Dazu gibt man ein bis drei Globuli in etwa 100 ml kohlensäurefreies Wasser und nimmt davon jedes Mal, wenn nötig, einen Teelöffel (kein Metall) oder kleinen Schluck voll ein, nachdem man zuvor umgerührt hat.
Etwas anders verhält es sich bei den Q- bzw. LM-Potenzen. Von der flüssigen Version (Tropfen), die vorzugsweise eingesetzt wird, werden je nach Empfindlichkeit des Patienten ein bis 10 Tropfen nach mehrmaligem kräftigem Schütteln des Fläschchens eingenommen. In chronischen Fällen einmal täglich, in akuten Fällen auch mehrmals täglich. Nach dem Aufbrauchen wird ein jeweils höherer Potenzgrad genommen.

Für den Hausgebrauch wird die D oder C 6 bzw. 12 empfohlen. Ihre Wirkdauer kann gut überblickt werden; sie beträgt in akuten Fällen nur einige Stunden. Die Gabe kann bei Bedarf wiederholt werden. Bei mangelnder Wirkung ist ein schneller Wechsel der Arznei problemlos möglich. Hochgiftige Substanzen allerdings, z.B. Schwermetalle, sollten nicht unter der D 8 (besser der D 12 bzw. C 6) verwendet werden.
Höhere Potenzen wirken intensiver und länger, werden aber bei falscher Mittelwahl zum Problem:
Arzneisymptome können länger als erwünscht anhalten und sowohl das Krankheitsbild als auch die Wirkung der zweiten Arznei überlagern.
Globuli aus Eigenherstellung, handprotenziert in kleinen Chargen.

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