
Kaum wird es draußen wärmer, verbringen unsere Füße viele Stunden in Turnschuhen, Sneakern oder Arbeitsschuhen. Die Folge: Sie schwitzen – und manchmal entsteht ein unangenehmer Geruch. Viele glauben, der Schweiß selbst sei dafür verantwortlich. Tatsächlich steckt jedoch etwas ganz anderes dahinter.
Schweiß riecht gar nicht
So überraschend es klingt: Frischer Schweiß ist nahezu geruchslos.
Der typische Fußgeruch entsteht erst, wenn Bakterien und Pilze den Schweiß sowie abgestorbene Hautschuppen auf der Haut zersetzen. Dabei bilden die Mikroorganismen verschiedene Stoffwechselprodukte, die den charakteristischen unangenehmen Geruch verursachen.
Besonders wohl fühlen sich diese Keime dort, wo es warm, feucht und dunkel ist – also in geschlossenen Schuhen und vor allem zwischen den Zehen.
Warum schwitzen Füße eigentlich so stark?
Unsere Füße besitzen rund 250.000 Schweißdrüsen – mehr als jede andere Körperregion. An warmen Sommertagen oder in geschlossenen Schuhen produzieren sie deshalb besonders viel Schweiß.
Bleibt diese Feuchtigkeit längere Zeit in Schuhen oder Socken, entsteht ein ideales Klima für Bakterien und Pilze.

Socken: Die unterschätzten „Superspreader“
Viele denken bei Fußpilz oder Fußgeruch zuerst an Schwimmbäder oder öffentliche Duschen. Tatsächlich können aber auch getragene Socken eine wichtige Rolle spielen.
Im Laufe eines Tages sammeln sich darin:
- Schweiß
- abgestorbene Hautschuppen
- Bakterien
- Pilzsporen
Wer Socken mehrfach trägt oder sie bei zu niedrigen Temperaturen wäscht, kann dazu beitragen, dass Keime überleben und erneut mit der Haut in Kontakt kommen.
Gerade bei Menschen mit starkem Schwitzen oder einer Neigung zu Fußpilz lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die richtige Wäschehygiene.
So reinigen Sie Socken richtig
Mit wenigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:
Socken täglich wechseln – bei starkem Schwitzen auch häufiger.
Socken möglichst bei 60 °C waschen. So werden viele Keime zuverlässig reduziert.
Ist laut Pflegeetikett keine 60-Grad-Wäsche möglich, kann ein Hygienespüler sinnvoll sein.
Nach dem Waschen vollständig trocknen lassen.
Baumwoll- oder hochwertige Funktionssocken bevorzugen, da sie Feuchtigkeit besser aufnehmen oder ableiten.
Auch Schuhe brauchen Pflege
Nicht nur Socken können Keime beherbergen – auch Schuhe bieten Mikroorganismen ideale Bedingungen.
Unsere Tipps:
- Schuhe nach dem Tragen gut auslüften.
- Nicht täglich dasselbe Paar tragen.
- Schuhe vollständig trocknen lassen.
- Bei Bedarf desinfizierende Schuhsprays verwenden.
- Schuhe regelmäßig wechseln und ausreichend trocknen lassen.
Wann steckt Fußpilz dahinter?
Unangenehmer Fußgeruch allein bedeutet noch nicht automatisch Fußpilz. Treten jedoch zusätzlich folgende Beschwerden auf, sollte genauer hingeschaut werden:
- Rötungen zwischen den Zehen
- Schuppige oder aufgeweichte Haut
- Kleine Hautrisse
- Brennen oder Juckreiz
- Ausbreitung auf weitere Zehen oder die Fußsohle
- Manchmal auch ein unangenehmer Geruch
Je früher ein Fußpilz erkannt und behandelt wird, desto einfacher lässt sich eine Ausbreitung – beispielsweise auf die Fußnägel – verhindern.
Was hilft gegen Fußpilz?
Wird ein Fußpilz früh erkannt, lässt er sich in den meisten Fällen gut behandeln. Entscheidend ist, nicht nur die Beschwerden zu lindern, sondern auch den Pilzerreger gezielt zu bekämpfen. Je früher die Behandlung beginnt, desto geringer ist das Risiko, dass sich der Pilz auf weitere Hautbereiche oder sogar auf die Fußnägel ausbreitet.
Bewährte Wirkstoffe aus der Apotheke
In der Apotheke stehen verschiedene Antipilzmittel (Antimykotika) zur Verfügung. Je nach Ausprägung und betroffener Hautstelle empfehlen wir individuell geeignete Präparate – beispielsweise als Creme, Gel, Spray oder Lösung.
Zu den bewährten Wirkstoffen gehören unter anderem:
- Terbinafin – wirkt gegen die häufigsten Erreger von Fußpilz und kann je nach Präparat bereits nach kurzer Anwendungsdauer wirksam sein.
- Clotrimazol – ein bewährter Wirkstoff mit breitem Wirkspektrum, der meist über mehrere Wochen angewendet wird.
- Weitere Antimykotika wie Bifonazol oder Ciclopirox können – abhängig vom Befund – ebenfalls sinnvoll sein.
Wichtig: Die Behandlung sollte nicht sofort nach dem Abklingen der Beschwerden beendet werden, sondern konsequent entsprechend der Packungsbeilage oder der Empfehlung Ihrer Apotheke fortgeführt werden. Nur so lassen sich verbliebene Pilzsporen zuverlässig beseitigen.
Mehr als nur Creme: Das empfiehlt Ihre Apotheke
Eine erfolgreiche Behandlung besteht nicht nur aus dem richtigen Medikament. Ebenso wichtig ist die richtige Hygiene, damit es nicht zu einer erneuten Ansteckung kommt.
In Ihrer Apotheke beraten wir Sie unter anderem zu:
dem passenden Antipilzmittel für Ihre Beschwerden
medizinischen Fußpflegeprodukten für empfindliche oder trockene Haut
desinfizierenden Schuhsprays zur Reduzierung von Pilzsporen im Schuh
Hygienespülern für Socken und Handtücher
atmungsaktiven Einlegesohlen und Fußdeos bei starkem Schwitzen
geeigneten Pflegeprodukten zur Vorbeugung weiterer Infektionen
Gemeinsam finden wir die passende Lösung – individuell auf Ihre Beschwerden abgestimmt.
Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
In einigen Fällen reicht eine Selbstbehandlung nicht aus. Eine ärztliche Untersuchung ist empfehlenswert, wenn:
- die Beschwerden trotz Behandlung nicht besser werden,
- größere Hautbereiche betroffen sind,
- die Fußnägel Veränderungen zeigen (Nagelpilz),
- starke Schmerzen, Nässen oder Eiter auftreten,
- Diabetes, eine Durchblutungsstörung oder eine Immunschwäche besteht.
Fazit aus Ihrer Apotheke
Fußgeruch ist meist kein Zeichen mangelnder Hygiene, sondern entsteht durch das Zusammenspiel von Schweiß, Bakterien und Pilzen. Mit der richtigen Fußpflege, regelmäßig gewechselten und hygienisch gereinigten Socken sowie gut gelüfteten Schuhen lässt sich unangenehmer Geruch häufig vermeiden.
Sollten zusätzlich Rötungen, Schuppungen oder Juckreiz zwischen den Zehen auftreten, kann ein beginnender Fußpilz dahinterstecken. Je früher dieser erkannt und behandelt wird, desto einfacher lässt sich eine Ausbreitung verhindern.
Unser Rat: Warten Sie nicht, bis die Beschwerden stärker werden. Aus unserer täglichen Beratung wissen wir, dass viele Betroffene erste Anzeichen unterschätzen oder aus Scham zu spät Hilfe suchen. Dabei lässt sich Fußpilz in den meisten Fällen mit den passenden Antipilzmitteln aus der Apotheke gut behandeln.
Wir beraten Sie gerne persönlich bei der Auswahl geeigneter Arzneimittel und Pflegeprodukte und geben Ihnen praktische Tipps, wie Sie einer erneuten Ansteckung vorbeugen können.
Denn gesunde Füße tragen Sie sicher durch den Sommer – und weit darüber hinaus.







