
Ein Mensch bricht plötzlich zusammen. Jemand reagiert nicht mehr auf Ansprache. Nach einem Sturz kommt es zu einer starken Blutung. In solchen Situationen zählt vor allem eines: handeln.
Viele Menschen haben irgendwann einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Doch wenn der Kurs Jahre zurückliegt, kommt schnell die Unsicherheit: Was muss ich zuerst tun? Was ist, wenn ich etwas falsch mache?
Eine einfache Orientierung lautet:
PRÜFEN. RUFEN. HELFEN.
Denn Erste Hilfe beginnt nicht mit perfektem medizinischem Wissen. Sie beginnt damit, eine Notfallsituation zu erkennen, Hilfe zu organisieren und das zu tun, was bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes möglich ist.
1. Prüfen: Bewusstsein und Atmung kontrollieren
Zunächst solltest du darauf achten, dass du dich nicht selbst in Gefahr bringst – beispielsweise im Straßenverkehr, bei Feuer oder Stromunfällen.
Ist die Umgebung sicher, sprich die betroffene Person laut an und prüfe, ob sie reagiert.
Reagiert sie nicht, sollte die Atmung kontrolliert werden. Dafür werden die Atemwege freigemacht, indem der Kopf vorsichtig nach hinten geneigt und das Kinn angehoben wird. Anschließend wird für höchstens zehn Sekunden geprüft, ob eine normale Atmung vorhanden ist.
Wichtig: Einzelne, unregelmäßige oder schnappende Atemzüge können bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand auftreten und dürfen nicht mit einer normalen Atmung verwechselt werden.
2. Rufen: Im Notfall die 112 wählen
Bei einem schweren oder möglicherweise lebensbedrohlichen Notfall gilt: 112 anrufen.
Dazu gehören beispielsweise Bewusstlosigkeit, fehlende normale Atmung, schwere Atemnot, starke Blutungen oder andere Situationen, in denen unmittelbare medizinische Hilfe erforderlich ist.
Wenn mehrere Personen anwesend sind, kann eine Person den Notruf übernehmen, während eine andere bereits Erste Hilfe leistet.
Bist du allein, kannst du dein Telefon möglichst auf Lautsprecher stellen. So kannst du den Anweisungen der Leitstelle folgen und gleichzeitig bei der betroffenen Person bleiben.
Beende das Gespräch nicht von dir aus. Die Leitstelle führt dich durch das Gespräch und kann dir auch konkrete Hinweise zur weiteren Ersten Hilfe geben.
3. Helfen: Nicht auf den Rettungsdienst warten, ohne etwas zu tun

Welche Erste-Hilfe-Maßnahme erforderlich ist, hängt von der Situation ab.
Bewusstlos, aber normale Atmung
Ist eine Person bewusstlos, atmet aber normal, sollte sie grundsätzlich in die stabile Seitenlage gebracht werden. Dadurch bleiben die Atemwege möglichst frei.
Anschließend muss die Atmung regelmäßig kontrolliert werden, bis professionelle Hilfe eintrifft.
Keine normale Atmung: Wiederbelebung beginnen
Ist eine Person bewusstlos und atmet nicht normal, sollte nach dem Notruf sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden.
Bei Erwachsenen steht die Herzdruckmassage im Mittelpunkt:
30-mal drücken – 2-mal beatmen.
Der Druckpunkt befindet sich in der Mitte des Brustkorbs. Das Brustbein sollte bei Erwachsenen etwa 5 bis 6 Zentimetertief und mit einer Frequenz von 100 bis 120 Kompressionen pro Minute gedrückt werden.
Wer eine Beatmung nicht durchführen kann oder möchte, sollte zumindest die Herzdruckmassage ohne Unterbrechung fortführen.
Entscheidend ist: überhaupt anfangen.
Ein AED kann Leben retten
An vielen öffentlichen Orten befinden sich inzwischen Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED).
Keine Angst vor der Anwendung: Nach dem Einschalten führt das Gerät mit Sprach- oder Bildanweisungen Schritt für Schritt durch den Ablauf.

Der AED analysiert selbstständig den Herzrhythmus und gibt einen Schock nur dann frei, wenn dieser erforderlich ist. Sind mehrere Helfer vor Ort, kann eine Person einen AED holen, während die andere die Wiederbelebung fortsetzt.
Auch bei starken Blutungen zählt schnelles Handeln
Bei einer stark blutenden Wunde sollte möglichst schnell Druck auf die Wunde ausgeübt werden. Wenn vorhanden, können sterile Kompressen oder ein sauberes Tuch verwendet werden.
Bei erheblichen Blutungen oder schweren Verletzungen sollte ebenfalls 112 gewählt werden.
Und auch hier gilt: Eigenschutz beachten. Wenn möglich, sollten Einmalhandschuhe getragen werden.
Kann ich bei der Ersten Hilfe etwas falsch machen?
Die Angst, etwas falsch zu machen, hält Menschen manchmal davon ab zu helfen.
Gerade bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist jedoch Nichtstun die wesentlich schlechtere Alternative. Die Leitstelle kann telefonisch unterstützen und erklären, was als Nächstes zu tun ist.
Deshalb ist eine einfache Regel so wichtig:
PRÜFEN. RUFEN. HELFEN.
Du musst kein medizinischer Profi sein, um in einer Notsituation einen wichtigen Beitrag zu leisten.
Wann hast du zuletzt deinen Erste-Hilfe-Kurs aufgefrischt?
Viele Handgriffe lassen sich wesentlich leichter abrufen, wenn man sie regelmäßig praktisch übt. Deshalb kann es sinnvoll sein, einen Erste-Hilfe-Kurs nach einigen Jahren freiwillig aufzufrischen – auch wenn gerade kein neuer Führerschein oder beruflicher Nachweis erforderlich ist.
Dabei werden unter anderem Wiederbelebung, stabile Seitenlage, Wundversorgung und der Umgang mit einem AED praktisch trainiert.
Und was hat deine Apotheke mit Erster Hilfe zu tun?
Auch für kleinere Verletzungen und die Erstversorgung zu Hause lohnt sich ein Blick auf die eigene Ausstattung.
Sind Verbandmaterialien noch vollständig? Sind sterile Kompressen noch verwendbar? Gibt es Pflaster in unterschiedlichen Größen, Einmalhandschuhe und geeignetes Material zur Wundversorgung? Ist der Verbandskasten im Auto vollständig und griffbereit?
Wir helfen dir gerne dabei, deine Haus- und Reiseapotheke sowie Materialien zur Wundversorgung sinnvoll zusammenzustellen und erklären dir die richtige Anwendung.
Denn Vorsorge bedeutet auch, vorbereitet zu sein, wenn plötzlich etwas passiert..
Dafür ist deine Apotheke da. 
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